Prävention und Verbesserungen durch Bewegung

Die Auswertung verschiedener Studien zum Thema Bewegung und Altern hat laut Chefarzt und Professor Carl Reimers gezeigt, dass sich Bewegung sowohl kurz- als auch langfristig günstig auf Merkfähigkeit und Gedächtnisleistung auswirkt. Ältere Menschen haben ein um 37% verringertes Risiko, an Alzheimer-Demenz zu erkranken (vgl. Deutsches Ärzteblatt, 2013).

Wer sich täglich bis zu einer Stunde sport­lich betätigt, kann laut Professor Gerd Kempermann vom Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen Dresden Informationen besser verarbeiten und schneller reagieren. Wer länger als eine Stunde aktiv ist, kann sich dazu noch besser an Diverses erinnern. Dadurch ist laut Kempermann die therapeutische Wirksamkeit von Bewegung so gut belegt wie keine andere allgemeine Maßnahme. Seine Empfehlung ist es, körperliche und geistige Aktivität zu verknüpfen, um das Gehirn aktiv zu halten, zu fordern und zu fördern. Die Bildung von Synapsen im Gehirn wird durch körperliche Aktivitäten begünstigt. So verbinden die Synapsen die Nervenzellen miteinander, damit alle zu verarbeitenden Informationen von einer Zelle zur anderen vermittelt werden können. Aber auch viele Rahmenbedingungen und weitere Einflüsse sorgen für geistige Fitness und Stabilität. So kann der soziale Austausch, wie bei Mannschaftssportarten der Fall, auch dazu beitragen, dass der geistige Abbau verlangsamt wird (vgl. Balfanz, 2013). Auch explizit bei Demenzpatienten haben Studien positive Wirkungen auf kognitive Funktionsfähigkeiten und Verhalten festgestellt.

Studien mit älteren Menschen, die nicht an Demenz erkrankt sind, haben gezeigt, dass regelmäßige Bewegungen dem Verlust von Gehirngewebe vorbeugen. Auch das zerebrale Gefäßsystem und der Blutfluss kann durch Bewegung gefördert werden. In einer französischen Studie, die die Auswirkung von Sport auf gehfähige Bewohner eines Pflegeheimes untersucht haben, kam man auch zu den zuvor bezeichneten Er­gebnissen. Diejenigen, die am Sportprogramm teilgenommen haben, konnten alltägliche Aufgaben besser bewältigen, als diejenigen, die nicht mitgemacht haben. Zudem waren die Sportprogrammteilnehmer schneller beim Gehen, konnten problemloser von einem Stuhl aufstehen und besser auf einem Bein balancieren. Es wird deutlich, dass Bewegungen das Gehirn und auch den Körper positiv beeinflussen können (vgl. Alzheimer Forschung Initiative e.V., 2009).